Finde den Ursprung deiner Eifersucht, um besser daran zu Arbeiten!

Ursachen der Eifersucht

Es gibt verschiedene Ursachen für Eifersucht. Manchmal hat die Eifersucht nichts mit dem Partner zu tun, weil man sich selber verrückt macht und überall vermutet Betrogen zu werden.

Daran ist einerseits etwas Wahres: Wie und was wir jeweils empfinden, hat sehr viel mit uns selbst zu tun. Wir könnten auch anders reagieren, wenn wir zum Beispiel ruhiger wären und nicht gleich in Spannung gerieten. Andererseits ist es jedoch so, dass Menschen auch absichtlich versuchen, den Partner eifersüchtig zu machen (369.000 Suchergebnisse bei Google, wenn man mal die Frage eingibt: "Wie mache ich meinen Partner eifersüchtig?").

Inwieweit die eigene Eifersucht Durch den Partner mitbedingt ist, sollte man daher prinzipiell als eine offene Frage betrachten und gegebenenfalls zu beleuchten versuchen.

 

Eifersucht wegen Fremdgehen?

Kommt die Eifersucht daher, dass man einmal (oder öfter) in seinen Beziehungen betrogen wurde? Nein, das ist nicht die Ursache. In den allermeisten Fällen ist eine Betrugserfahrung nur als Auslöser zu sehen. Viele Menschen sind eifersüchtig, obwohl Sie nie betrogen wurden. Viele sind auch eifersüchtig, obwohl kein wirklicher Grund besteht, an der Treue des Partners zu zweifeln. Und viele Menschen werden betrogen, ohne eifersüchtig zu werden. Doch wer die Anlage zur Eifersucht - und zum Kontrollieren - besitzt, der kann durch Fremdgeherfahrungen in die Problemschleife der Eifersucht kommen.

 

Mangelndes Selbstwertgefühl?

Gelangt ein Mensch zur Eifersucht wegen schlechten Selbstwertgefühls? Neigt man deshalb zur Eifersucht, weil man sich selber kritisch betrachtet und in sich die Befürchtung trägt, die anderen seien wohl attraktiver? Tatsächlich gehört es zur Eifersucht, sich selber kritisch zu bewerten und in sich die Sorge zu tragen, der Partner könnte verloren gehen, weil er einen "Besseren" findet. Doch der Mangel an Selbstwertgefühl ist hier nicht die Ursache, sondern vielmehr eine Folge, wenn man eifersüchtig wird. Die Selbstabwertung ist ein Symptom, das zur Eifersucht gehört. Niemand fühlt sich so lange gut, wie die Eifersucht vorherrscht.

Wer sich mit Eifersucht befasst, kann unter anderem feststellen:

- Menschen neigen zur Eifersucht, auch wenn sie sich selbst für attraktiv halten. Es gibt eifersüchtige Menschen, die nebenbei selber Affären haben.

- Kaum jemand ist von Selbstzweifeln frei. In einem solchen Problemzustand wie zum Beispiel der Eifersucht kommt eine belastende Stimmung auf, die das Selbstvertrauen drückt. Die Selbstzweifel sind dabei ein Symptom, aber keine Ursache.

- Viele Menschen kennen Ängste, gerade auch soziale Ängste, stellen sich selbst andauernd infrage, sind geplagt von Schüchternheit und glauben, dass sie im sozialen Vergleich äußerst schlecht abschneiden würden. Nur führt das nicht zur Eifersucht, wie die Beobachtung belegt. Beides kann zusammen auftreten, muss es aber keineswegs.

 

Kindliche Verlusterfahrungen?

Es ist ein wichtiges Forschungsthema, wie frühkindliche Erlebnisse auf das Bindungsverhalten wirken. Durch frühe Verlusterfahrungen kann es auch im späteren Leben zu psychischen Problemen kommen, ebenso wenn es an Geborgenheit mangelt. Wer auf seine Kindheit blickt, kann dort auch Probleme entdecken. Nur ist es generell schwer zu belegen, wie das eine zum anderen führt:

- Jemand kann eifersüchtig sein, ohne dass er in der Kindheit schwerwiegende Verluste erlitt. Auch mit einer behüteten Kindheit kann die Eifersucht entstehen.

- In der Kindheit erlebte Verluste verarbeiten wir individuell. Manche Kinder leiden sehr stark und haben große Probleme damit, andere deutlich weniger. Wer selbst eigene Kinder hat, besitzt wahrscheinlich Erfahrung damit, dass sie Persönlichkeitsanlagen besitzen und nicht als "unbeschriebene Blätter" aus dem Mutterleibe schlüpfen. Diese Anlagen sind es jedoch, die den Umgang mit dem Erlebten in sehr hohem Maße prägen

 

Die Ursachen im Unbewussten

Für die eifersüchtigen Menschen ist Kontrolle ein zentrales Thema. Das hast Du mit denen gemeinsam, die an psychischen Zwängen leiden. Beide Gruppen von betroffenen Menschen werden von ihren Zwängen "besetzt": von zwanghaften Gedanken und Handlungen. Bei einem eifersüchtigen Menschen herrscht der zwanghafte Gedanke, dass der Partner fremdgehen könne. Er versucht ihm beizukommen, indem er auf Kontrolle setzt, nämlich die Kontrolle des Partners. Doch er kommt nie zum Abschluss damit. Der Zwang äußert sich als innere Spannung, die aus einer Ebene kommt, auf die der Verstand keinen Zugriff hat, aus Hirnstamm und limbischem System. Für den eifersüchtigen Menschen ist es ein potenzieller Partner, der als Rivale auftreten könnte. Schon die Wahrnehmung des Rivalen, auch nur der Gedanke an ihn, löst gleich eine Anspannung aus, die eine Eigendynamik entfaltet, die meist erst mit Erschöpfung endet. Diese Anspannungsbereitschaft ist die Ursache des Problems. Denn sie verhindert, was andere können, die nicht an solcher Eifersucht leiden: sowohl Gedanken wie auch Gefühle einfach kommen und gehen zu lassen, ohne gleich einzurasten bei ihnen und von ihnen beherrscht zu werden. Die Anspannungsbereitschaft selbst hat sowohl genetische als auch neurobiologische Gründe. Körper und Seele sind es gemeinsam, die das Problem entstehen lassen.

 

Warum reagieren manche Menschen eifersüchtiger als andere?

Menschen, die über eine gesunde Selbstachtung verfügen, sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind und sich annehmen, sind weniger empfänglich für Eifersucht. Sie haben in ihrer Kindheit gelernt, ihren Wert nicht danach zu beurteilen, wie beliebt sie bei anderen sind. Sie haben gelernt, selbst für ihre Zufriedenheit zu sorgen. Stark eifersüchtige Menschen hingegen, die unter krankhafter und grundloser Eifersucht leiden, brauchen die Bestätigung durch andere ebenso stark, wie ein Verdurstender Wasser braucht. Einzelkinder leiden seltener unter Eifersucht, da sie in ihrer Kindheit nicht mit Geschwistern um die Liebe der Eltern Rivalitäten mussten. Die Erfahrung, die Liebe exklusiv zu bekommen, ohne Angst haben zu müssen, sie zu verlieren, macht weniger anfällig für Eifersucht. D.h. Einzelkinder entwickeln Vertrauen und haben dadurch auch Selbstvertrauen - der beste Schutz vor Eifersucht. Eifersucht ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass man an sich und seiner Attraktivität zweifelt. Diese Selbstzweifel führen dazu, dass man an der Liebe des Partners zweifelt, dem Partner nicht vertrauen kann und man aus Angst vor dem Verlust des Partners besitzergreifend ist. Eifersüchtig sein heißt nicht, am Partner zu zweifeln, sondern an sich selbst!

 

Gibt es eine begründete Eifersucht?

Kann man bei Untreue in der Partnerschaft nicht auch von normaler oder begründeter Eifersucht sprechen? Schließlich ist es eine reale Angst, den Partner zu verlieren! Angst zu haben, den Partner zu verlieren, ist in einer solchen Situation normal und verständlich. Eifersucht im Sinne von ständigen Verhören, hinterher spionieren, Beschuldigungen und all die anderen mit Eifersucht verbundenen Gefühle und Handlungen helfen weder dem Betroffenen noch dem Partner und der Partnerschaft. Die Fragen, die sich beide in diesem Moment stellen sollten sind für mich eher:

Ist der Seitensprung eine einmalige Sache oder ist die Beziehung gefährdet und in Frage gestellt?

Was fehlt dem, der fremdgegangen ist, in der Beziehung?

Können beide ihre Beziehung stärken und wiederbeleben, indem Du mehr auf die Bedürfnisse und Wünsche des anderen eingehen?

D.h. der Seitensprung ist für mich eher Anlass, die Beziehung auf ein festeres Fundament zu stellen, indem ich mich frage: Was vermisse ich und was können mein Partner und ich tun, damit die Bedürfnisse beider (in emotionaler und sexueller Beziehung) mehr befriedigt werden?

Verständlich, dass das Vertrauen erst mal weg ist und man Zeit braucht, um wieder vertrauen zu können. Für eine befristete Zeit ist es also sicher ganz verständlich, wenn man misstrauisch ist - nach dem Motto: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, selbst wenn er sogleich die Wahrheit spricht. Doch irgendwann ist es für die Partnerschaft und den eigenen inneren Frieden notwendig, loszulassen, zu verzeihen und dem Partner wieder zu vertrauen.

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